Warum noch analoge Fotografie??

J

Jonas

Guest
Liebes Foto-Forum,
ich bin in der 12. Klasse im Gymnasium und muss mich deswegen möglichst bald für ein Facharbeitsthema entscheiden (Leistungskurs Kunst). Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in die Richtung der Fotografie gehen will, genauer analoge Fotografie (Ich hatte das Schulfach analoge Fotografie, als ich für ein Jahr in Kanada war). Ich dachte da an Verfremdung mit Mitteln, die in der Dunkelkammer gegeben sind, à la Man Ray oder Moholy-Nagy. Also meine Grundidee ist, die Seegewohnheiten "auf den Kopf zu stellen". Doch mir kommt immer mehr der Zweifel an der analogen Fotografie, bzw. ich kann nicht wirklich erklären, wieso ich lieber analog arbeite, weil man ja Fotos digital sicher mit sehr viel weniger Aufwand verfremden könnte. Aber genau diesen Konflikt würde ich gerne in die Formulierung des Themas mit einbringen..
Also wo seht ihr die Vorteile der analogen Fotografie? Und habt ihr irgendwelche konkreten Ideen für die Formulierung der Facharbeit?
Ich hoffe ich hab mich klar ausgedrückt und man kann meinen Konflikt verstehen..
mfg
Jonas
 

Rainer

Moderator
Jonas schrieb:
bzw. ich kann nicht wirklich erklären, wieso ich lieber analog arbeite, weil man ja Fotos digital sicher mit sehr viel weniger Aufwand verfremden könnte.
Hallo Jonas,

sagen wir so: man muss nicht mehr in den Keller in die Dunkelkammer, sondern arbeitet am PC. Das ist je nach Technik manchmal zeitaufwändiger als im Fotolabor.

Das beantwortet aber die Frage nicht.

Wenn das Papierbild oder das Bild auf einer Webseite das Endprodukt ist, gibt es aus meiner Sicht keinen Grund mehr, analog zu fotografieren. Nicht wegen des geringeren Aufwandes (das manchmal auch, aber nicht immer), sondern weil die Ergebnisse gleich - oder höherwertig sind. Damit meine ich die technische Seite - für den künstlerischen Teil zeichnet sowieso immer nur der Fotograf verantwortlich.

Sofern es aber um die Projektion geht, hat das analoge Dia sicher immer noch die Nase vorne, aber das ist ja nicht dein Thema.

Die Herstellung eines großformatigen galeriefähigen Schwarz-Weiß-Abzuges ist allerdings mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Das ist aber ein ganz spezielles Thema, mit dem ich nicht vertraut bin. Ich weiß nur, das es spezielle Druckertinten dafür gibt und dass Großformatdrucker sehr teuer sind. Man kann allerdings auch Dateien von SW-Bildern auf Fotopapier ausbelichten lassen, was auch nicht ganz billig ist, sobald man etwas anderes braucht, als das, was ein Großlabor anbietet.

Die Einrichtung eines eigenen Fotolabors ist dagegen mit einem Taschengeldetat möglich, ohne auf Qualität zu verzichten; die Verbrauchsmaterialien sind erschwinglich. Insofern denke ich, dass in diesem Segment die analoge Technik noch lange weiterlebt.

Gruß

Rainer
 
M

mon

Guest
Gut, ich war nicht sehr oft im Fotolabor, bloß mal im Studium im Nebenfach, und jetzt arbeite ich fast nur noch digital: einfacher, schneller...
Es ist eben ein ganz anderer Prozess, wenn man direkt am Material arbeitet in der Dunkelkammer, da kann man nicht mal fix was probieren nur um zu schauen und dann macht man alles wieder rückgängig. Ich denke, da arbeitet man noch etwas bewußter und verzichtet manchmal auf aufwendige Spielerein, wenn es nicht nötig ist...
Bei der digitalen Fotografie habe ich immer etwas Angst, wie lang die Daten haltbar sind.
Bei Negativen und Dias gibt es mehr Erfahrungswerte über Lagerung und Haltbarkeit.

Soviel zu meinen Gedanken dazu...
 

Jens

Administrator
Warum noch analoge Fotografie??
Die technische Seite steht bei dieser Frage auf der einen Seite. Sie ist deswegen so leicht zu beantworten, weil sie (im Grunde genommen) messbare Werte zugrunde legt. Qualität, Kontrastreichtum, Kosten für Entwicklung, Speicherung, Möglichkeit der Vergrößerung usw.

Sprich: Technisch gesehen kann man seine Ansprüche auf der einen Seite konkreten Anforderungen und technischen Möglichkeiten gegenüber stellen: Was will ich, was kann mir dabei am besten behilflich sein? Digitale oder Analoge Fotografie? Die andere Frage ist die ästhetische, künstlerische Seite. Wo fühlt man sich wohl? Das wiederum
musst du dir slber beantworten  8) Es gibt also keine "Totschlag-Argumente" die ein ENTWEDER / ODER rechtfertigen. Letztlich ist deine ganz individuelle Entscheidung ausschlaggebend!

Doch mir kommt immer mehr der Zweifel an der analogen Fotografie, bzw. ich kann nicht wirklich erklären, wieso ich lieber analog arbeite
Musst du das wirklich? Ich glaube nicht, dass irgendwie auch nur im Ansatz ein Rechtfertigungszwang besteht. Du isst ja auch Schokolade und kannst es wenig rational begründen...Vielleicht stehst du ja morgen schon eher auf Erdnüsse. Und nur weil 80% im Moment Erdnüsse essen, musst du dich für Schokolade nicht rechtfertigen  :photo:

 
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